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2012

Februar

13. Februar 2012, 20.00  "Friedrich der Große? Ein Gespräch über sein politisches Vermächtnis" mit Johannes Kunisch und Alexander Gauland, Moderation Frank Kallensee (Märkische Allgemeine), Eintritt: 5.-/3.-
Potsdam, Villa Quandt, Große Weinmeisterstr.46/47, Kartenvoranmaeldung unter 0331-2804103 oder 0331-7488760

Wie geht das zusammen: die musischen und philosophischen Seiten des jungen und der kriegerische Despotismus des alten Friedrich? Auch für seinen Biographen Johannes Kunisch bleibt dieser Gegensatz bis heute ein Rätsel. Alexander Gauland hat mit seiner Wortmeldung in der Märkischen Allgemeinen seiner Aversion Ausdruck verliehen, die vor allem Friedrichs politisches Testament betrifft: "sein Staat, seine Politik, seine Kriege hatten immer etwas von kalter, mitleidloser Rationalität". Ohne "Menschenliebe" aber, so
Gauland, geht es in der Politik nicht. Ist das so? Oder sind die Friedrich nachgesagte Gefühlskälte und sein Zynismus, wie Theodor Schieder es nannte, nicht die Bausteine des Herrschens bis in unsere Tage?

Johannes Kunisch war bis zu seiner Emeritierung Professor für Neuere Geschichte an der Universität zu Köln. Im jahr 2005 erschien seine Biographie "Friedrich der Große. Der König und seine Zeit" Alexander Gauland,Jurist und Autor, war lange Jahre Herausgeber der
"Märkischen Allgemeinen". Von ihm erschien im Jahr 2009 das Buch "Die Deutschen und ihre Geschichte".

Eine Veranstaltung des Brandenburgischen Literaturbüros und der Konrad-Adenauer-Stiftung/ Bildungswerk Potsdam

15. Februar 2012, 19.30  Ulrich Schacht: Vereister Sommer. Auf der Suche nach meinem russischen Vater, Moderation Peter Böthig
Schloß Rheinsberg, K.-Tucholsky-Literaturmuseum, Tel 033931-39007

Es ist Sommer, Christa und Wolodja sind verliebt. Die Deutsche und der sowjetische Offizier träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Bis sie verraten werden. Jahrzehnte später spürt Ulrich Schacht der verhängnisvollen Geschichte seiner Eltern nach. Gegen den Widerstand seiner Mutter versucht er, seinen Vater zu finden. An einem Frühlingstag steht er einem Mann gegenüber, von dem er hoffte, dass er sein Vater sei. – Ein tief bewegendes
Zeitzeugnis, exakt wie ein Geschichtsbuch, anschaulich wie ein Roman. »Aber ihr erster gemeinsamer Sommer war mitten im August schon zu Ende gewesen: vereist, über Nacht. Einen nächsten würde es nicht mehr geben, nie.«

Ulrich Schacht wurde 1951 im Frauengefängnis Hoheneck geboren und wuchs in Wismar auf. 1973 in der DDR wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt, wurde er 1976 in die Bundesrepublik entlassen. Dort arbeitete er als Feuilletonredakteur und Chefreporter Kultur für Die Welt und Welt am Sonntag. Schacht erhielt verschiedene Preise, Auszeichnungen und Literaturstipendien, u. a. den Theodor-Wolff-Preis für herausragenden Journalismus. Seit 1998 lebt Ulrich Schacht als freier Autor
in Schweden.

18. Februar 2012, 15.30  Buchpremiere mit Grit Poppe: "Das Geheimnis der Saurierinsel", musikalische Begleitung durch Detlef Jablonski
Potsdam, Buchhandlung Viktoriagarten, Geschwister-Scholl-Str. 10, Tel.: 96786450

Max wünscht sich nichts mehr, als endlich die sagenumwobene Saurierinsel zu erkunden. Doch da sein Vater wie immer keine Zeit hat, schnappt er sich kurzerhand selbst ein Ruderboot. Was Max auf der Insel erwartet, übertrifft seine kühnsten Vorstellungen. Ein riesiges Saurierskelett steckt dort mitten im Gestein. Das wissen aber auch einige skrupellose Fossilienjäger, die wenig später auf der Insel auftauchen ...

Grit Poppe wurde 1964 in Boltenhagen an der Ostsee geboren. Sie studierte am Literaturinstitut in Leipzig. 1989 - 92 war sie Landesgeschäftsführerin Brandenburg für "Demokratie Jetzt". Grit Poppe schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. Mit ihrem Roman "weggesperrt" hat sie eines der besten und erfolgreichsten deutschen Jugendbücher veröffentlicht. Sie wohnt in Potsdam und hat zwei Kinder.

Eine Veranstaltung der Buchhandlung Viktoriagarten mit Unterstützung durch das Brandenburgische Literaturbüro

23. Februar 2012, 19.30  Der Mann, ohne Gedächtnis. Heinz-Jürgen Overfeld & Vera Moers (p) Lesung & Gespräch + Musik
Zehdenick, Klosterscheune, Tel. 03307-310777

„Der Mann, ohne Gedächtnis“(Hoffmann und Campe) vom Journalisten und Autor Kuno Kruse ist ein besonderes Dokument. Im April 2005 saß Jonathan Overfeld auf einer Parkbank in Hamburg. Er hatte sein Leben vergessen. Er erinnerte sich nicht daran, wie er heißt, ob er Familie hat, ob er raucht, wo sein Auto steht. Nachdem im Krankenhaus Alkohol oder Drogen als Ursache ausgeschlossen werden konnten, wurde schließlich eine retrograde Amnesie bei Jonathan Overfeld diagnostiziert. Es wurde vermutet, dass er bedrohliche
Erlebnisse aus seinem Gedächtnis ausgeblendet und sich dabei selbst komplett vergessen hatte. Der behandelnde Arzt nahm schließlich Kontakt zu dem Gedächtnisforscher Hans Markowitsch auf, um mit ihm den Fall Overfeld zu besprechen. Der Journalist Kuno Kruse wurde auf Overfeld aufmerksam, als dieser versuchte, über Pressemeldungen seine Identität herauszufinden. Kruse half Overfeld bei der Recherche und Rekonstruktion seines Lebens. Die ersten Erinnerungen, zu denen Overfeld zurück fand, lagen in der Kindheit. Er bekam
Zugang, als er sich ans Klavier setzte und feststellte, dass er spielen kann. Zugleich mit dem „Ave Maria“ aus dem Präludium C-Dur des 1. Teils des „Wohltemperierten Klaviers“ von Johann Sebastian Bach erinnerte er sich jedoch auch daran, dass er im Anschluss an ein Konzert, seine erste Vergewaltigung erleben musste. Recherchen ergaben, dass Jonathan Overfeld in den 1960er Jahren ein Heimkind war. Neben Gewalt und Drill war der als
aufsässig geltende Junge auch sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Unter anderem lebte er seinerzeit im katholischen Salvator-Kolleg Klausheide bei Paderborn. Heute engagiert sich der als Frührentner lebende Overfeld als Vorsitzender bei der Bundesinitiative Kinder im Heim e.V., um die gemeinsam mit zahlreichen anderen Heimkindern durchlittenen Missstände öffentlich anzuprangern. Aufgrund der Verjährung können viele der Täter heute nicht
mehr gerichtlich belangt werden.
Eine Veranstaltung der Klosterscheune Zehdenick und des Brandenburgischen
Literaturbüros. Eintritt 5.-/3.-€

25. Februar 2012, 15.00  Lesung. Harald Martenstein liest aus seinem Buch „Ansichten eines Hausschweins. Neue Geschichten über alte Probleme“
Bergsdorf,K.-Mühlenhaupt-Museum, Bergsdorfer Dorfstr.1, Tel. 033088-50550, Eintritt:10,-/8,- Euro

Harald Martenstein, geboren 1953, ist Autor der Kolumne "Martenstein" im "ZEITmagazin" und Redakteur beim Berliner "Tagesspiegel". 2004 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Sein Roman "Heimweg" wurde im September 2007 mit der Corine ausgezeichnet, 2010 erhielt er den Curt-Goetz-Ring. Außerdem erschienen seine Kolumnensammlungen "Männer sind wie Pfirsiche. Subjektive Betrachtungen über den Mann von heute mit einem objektiven Vorwort von Alice Schwarzer" und "Der Titel ist die halbe Miete. Mehrere Versuche über die
Welt von heute".

"Harald Martenstein ist Kult." Berliner Zeitung

29. Februar 2012, 20.00  Lesung und Gespräch. Wilhelm Genazino stellt seinen Roman „Wenn wir Tiere wären“ vor. Moderation: Hendrik Röder
Potsdam, Villa Quandt, Große Weinmeisterstraße 46/47, Eintritt: 8,-6- Euro, Tel.0331-2804103

Das Leben in der modernen Welt verlangt zu viel: tägliche Anwesenheit am Arbeitsplatz, inklusive Engagement und freundlichem Gesicht, die Benutzung von Verkehrsmitteln und den Besuch von Supermärkten. Und dann auch noch das Privatleben. Unausweichlich kommt der Moment, in dem ein Mann nicht mehr weiterweiß - und ehe man sichs versieht, sind es statt einer sogar drei Frauen. Ach, wenn wir doch Tiere wären und die täglichen Zumutungen einfach übersehen könnten! Wilhelm Genazino erzählt ironisch, witzig und böse von einem Mann, der den Alltag nur ertragen kann, indem er das ordentliche Regelwerk durchbricht.

Wilhelm Genazino, 1943 in Mannheim geboren, lebt in Frankfurt. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Kleist-Preis. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane "Ein Regenschirm für diesen Tag" (2001), "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" (2003), "Die Liebesblödigkeit" (2005), "Mittelmäßiges Heimweh" (2007) und "Das Glück in glücksfernen Zeiten" (2009). 2011 wurde der Autor in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Literaturladen Wist

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